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Pressemeldung vom 05.04.2004

Hessen 2005 neuer Mitgesellschafter der Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH

Flughafen Frankfurt-Hahn, 5. April 2004. Der Flughafen Frankfurt-Hahn ist eines der erfolgreichsten Konversionsprojekte im Land Rheinland-Pfalz und gewinnt zunehmend an Bedeutung im internationalen Luftverkehrsmarkt. Dies spiegelt sich im stetigen Wachstum seiner Passagier- und Frachtzahlen wider: Beim Passagierverkehr rangiert der Hahn deutschlandweit bereits unter den Top-10 der Verkehrsflughäfen, im Bereich Luftfracht liegt er an vierter Stelle. Ein weiteres Kapitel dieser Erfolgsgeschichte wird nun geschrieben: Das Land Hessen wird neuer Gesellschafter der Flughafen Frankfurt – Hahn GmbH (FFHG).


Mit der heutigen Unterzeichnung der Gesellschaftervereinbarung durch den Hessischen Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten und Bevollmächtigten des Landes Hessen beim Bund, Jochen Riebel, sowie Harald Glahn, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz, Dr. Wilhelm Bender, Vorstandsvorsitzender Fraport AG und Professor Manfred Schölch, stellv. Vorstandsvorsitzender Fraport AG, beteiligt sich Hessen mit einer Einlage von 20 Millionen Euro ab 2005 an diesem Projekt. Das Grundkapital der FFHG wird von derzeit 30,5 Millionen Euro auf 50 Millionen Euro erhöht. Daraus resultiert ein Anteilsverhältnis von zukünftig 65 Prozent für die Fraport AG und jeweils 17,5 Prozent für Hessen und Rheinland-Pfalz. Insgesamt verpflichten sich die Länder Rheinland-Pfalz und Hessen sowie Fraport zu einer Kapitalzuführung an die Flughafengesellschaft Hahn von 42 Millionen Euro in den Jahren 2005 bis 2009. Hierdurch wird die finanzielle Grundlage für wichtige Investitionen auf dem Flughafen geschaffen.

Mit der Übernahme der Gesellschafteranteile leiste Hessen einen wesentlichen Beitrag zum weiteren bedarfsgerechten Ausbau des Flughafensystems Frankfurt Main/Frankfurt-Hahn für den Personen- und Frachtverkehr, betonte der Hessische Staatsminister Jochen Riebel. Eine enge Kooperation beider Flughäfen sei eine entscheidende Voraussetzung für die Entwicklung des Luftverkehrs im Rhein-Main-Gebiet. „Außerdem ist dies ein wichtiger Schritt, um das Ergebnis des Mediationsverfahrens sicherzustellen und das Nachtflugverbot am Flughafen Frankfurt Main zu realisieren. Denn das Nachtflugverbot ist untrennbar mit dem Ausbau des Frankfurter Flughafens verbunden: Kein Ausbau ohne Nachtflugverbot – kein Nachtflugverbot ohne Ausbau“, so Riebel.

Als „Quantensprung“ für die Entwicklung des Flughafens Frankfurt-Hahn bezeichnete Staatssekretär Harald Glahn aus dem Mainzer Wirtschaftsministerium den Abschluss der Gesellschaftervereinbarung. „Die hervorragende und außerordentlich erfolgreiche Zusammenarbeit mit Fraport wird auf ein neues Fundament gestellt, das zu einer zusätzlichen Schubkraft für den Flughafen führt“, erklärte Glahn. Mit dem Land Hessen sei ein bedeutender Partner gewonnen. Es sei einmalig, dass ein Bundesland sich länderübergreifend an einem Infrastrukturprojekt dieser Größenordnung beteilige. Dies zeige die Wachstumschancen, die auch das Land Hessen dem Flughafen beimesse. Er erwarte eine gute Partnerschaft der beiden Länder.

Der Vorstandsvorsitzende der Fraport AG, Dr. Wilhelm Bender, sagte zur Entscheidung des Landes Hessen, sich im Hunsrück zu engagieren: „Das beschleunigt das Entwicklungstempo am Flughafen Frankfurt-Hahn und hilft, seine Position als führender deutscher Low-Cost-Airport weiter zu festigen. Wir sind froh, rechtzeitig in dieses interessante Marktsegment eingestiegen zu sein. Außerdem sichern wir damit das Wachstum im Frachtgeschäft als zweites Standbein des Flughafens Frankfurt-Hahn.“ Sein Stellvertreter Prof. Manfred Schölch, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH ist, meinte: „Der Ausbau im Hunsrück bringt nur Vorteile: Dem dortigen Flughafen selbst, über das angestrebte Flughafensystem auch dem Airport Frankfurt Main und letztlich den Fluggesellschaften.“

Das nächste wichtige Ziel in der Zusammenarbeit der beiden Flughäfen ist Glahn zufolge die Anerkennung des Flughafensystems. Der entsprechende Antrag liege dem Bundesverkehrsministerium bereits vor. „Ich bin zuversichtlich, dass das Bundesverkehrsministerium in nächster Zeit eine positive Entscheidung trifft und die anschließende Befassung der EU-Kommission mit dem Flughafensystem zu keinen Problemen führt“, so der Staatssekretär. Die Verlängerung der Start- und Landebahn auf 3 800 Meter sei ein wichtiges Nahziel für die weitere Entwicklung des Flughafens, da dann der Cargo-Verkehr in noch stärkerem Maße in Hahn operieren könne. Für die Anbindung des Flughafens aus dem Rhein-Main-Gebiet sei der vierspurige Ausbau der B 50 von großer Bedeutung. Hier liefen bereits die Planfeststellungsverfahren. Insgesamt, so Glahn, stärke nachhaltig die heute abgeschlossene Gesellschaftervereinbarung die arbeitsmarkt- und strukturpolitischen Ziele, die die Landesregierung mit dem Flughafen Frankfurt-Hahn verfolge. „Ich rechne damit, dass in den nächsten Jahren die Zahl der Arbeitsplätze auf dem Flughafen und in den angrenzenden Regionen nochmals deutlich zunehmen wird“, erklärte der Staatssekretär.

In den letzten Jahren habe sich der Flughafen Frankfurt-Hahn zum Beschäftigungsmotor der Region entwickelt. „Bereits heute sind rund 2.300 Menschen auf dem Hahn beschäftigt“, ergänzt Andreas Helfer, Geschäftsführer der Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH. „Alleine innerhalb des letzten Jahres stieg die Zahl der Arbeitsplätze um 16 Prozent. Bis zum Ende dieses Jahres rechnen wir mit 2.500 Beschäftigten. Auch um den Flughafen herum ist eine solche Tendenz zu erkennen. Erfahrungsgemäß entstehen dort noch einmal doppelt so viele Stellen wie auf dem Flughafen selbst.“ Auch in der Verkehrsentwicklung verzeichnet Frankfurt-Hahn hohe Steigerungsraten. „In 2003 haben wir mit rund 2,4 Millionen Passagieren Rang zehn unter den deutschen Verkehrsflughäfen erreicht. In der Fracht wurden rund 160.000 Tonnen umgeschlagen. Im ersten Quartal dieses Jahres haben wir 25 Prozent mehr Fluggäste und 28 Prozent mehr Fracht abgefertigt wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres“, erläutert Hahn-Geschäftsführer Jörg Schumacher. „Im gesamten Jahr erwarten wir 3,6 Millionen Passagiere und 180.000 Tonnen Fracht.“ Beide Geschäftsführer freuten sich über die Beteiligung Hessens an der Flughafengesellschaft. Hierdurch werde die Eigenkapitalbasis der Gesellschaft deutlich gestärkt und der geplante Ausbau des Flughafens abgesichert.

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