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Pressemeldung vom 19.05.2006

Flughafenfeuerwehr geht auf Nummer sicher

Flughafen Frankfurt-Hahn, 19.05.2006. Die vergangenen zwei Tage (17. + 18. Mai) war am Flughafen Frankfurt-Hahn Adrenalinkick angesagt: Bei einem zweitägigen Fahrsicherheitstraining, organisiert vom Landesfeuerwehrverband Rheinland-Pfalz, wurde die Fahrfertigkeit der 32 angestellten Feuerwehrmänner des Hunsrücker Airports getestet und noch mehr gefestigt. Auf einer mobilen Übungsfläche im Sicherheitsbereich des Flughafens kam bei trockener, nasser und schneebedeckter Fahrbahn auch die „Simba“ (Flugfeldlöschfahrzeug) zum Einsatz.


Der Landesfeuerwehrverband Rheinland-Pfalz führt Fahrsicherheitstrainings für Feuerwehreinsatzfahrer schon seit über zehn Jahren durch. Einige Mitarbeiter der Flughafenfeuerwehr sind ebenfalls ehrenamtlich in der Freiwilligen Feuerwehr aktiv und nutzen regelmäßig die Angebote des Verbandes.

Am Mittwoch und Donnerstag (17. + 18. Mai) war zum ersten Mal der Flughafen Frankfurt-Hahn Übungsplatz für die 32-Mann starke Flughafenfeuerwehrmann-schaft. Hier wurde das Equipment des DVR (Deutscher Verkehrssicherheitsrat) ins Spiel gebracht. Bei diesem Equipment handelt es sich um eine etwas stärkere Folie welche auf einer ebenen Fläche ausgebreitet werden kann, um eine Gleitstrecke darzustellen. Dieses Equipment wird vom Landesfeuerwehrver-band auf Plätzen eingesetzt, auf denen kein fester Übungsplatz mit fester Gleit-strecke vorhanden ist (z.B. Parkplätze von Einkaufsmärkten bzw. Flugplatzge-länden). Die Ausrüstung wurde dann auf dem Flughafengelände vom DVR einen Tag vor dem eigentlichen Training angeliefert und vom mitgereisten Servicetechniker aufgebaut. Als idealer Übungsplatz am Flughafen, weitab vom Flugverkehr, eignete sich das Ende eines Taxiways (Rollbahn für Flugzeuge zwischen Start/Landebahn zur Parkposition). Nachdem der geeignete Platz gefunden war, wurden die Fahreigenschaften des Flugfeldlöschfahrzeugs „Simba“ bei einer beeindruckenden Mitfahrt dargestellt.

Der „Simba“ verfügt über vier Achsen mit insgesamt acht Rädern. Für jeweils ein Achspaar gibt es einen Motor mit 600 PS. Bei einer Alarmfahrt (Sondersignal sowie die Kickdown-Funktion des Automatikgetriebes) können zusätzlich nochmals rund 100 PS für 180 Sekunden extra abgerufen werden. Somit hat der „Simba“ dann insgesamt 1300 PS zur Verfügung. Das Fahrzeug beschleu-nigt innerhalb kürzester Zeit von 0 auf fast 140 km/h. Aufgrund der luftgefederten Achsen sind auch scharfe Lenkmanöver während der Fahrt bei allen Geschwindigkeiten möglich. Elektronische Fahrhilfen wie ASR / ABS unterstützen den Fahrer in jeder Hinsicht. Durch scheibengebremste Räder sowie einem eingebauten Retarder beträgt der Bremsweg nur ein „paar “ Meter. Die Flughafenfeuerwehr hat insgesamt drei Großlöschfahrzeuge des Typs Rosenbauer Simba in ihrem Fuhrpark.

Nachdem die beiden Instruktoren des Landesfeuerwehrverbandes, H.J. Dill-schneider und Tim Veith, den Flughafenfeuerwehrmännern die Grundzüge der Fahrphysik in einer Theoriestunde vermittelten, ging es dann an die praktische Fertigkeit: Zuerst wurde das richtige Bremsen auf verschiedene Fahrbahnzuständen (nasser Asphalt, Gleitstrecke etc.) in PKWs geübt. Eindrucksvoll konnte jeder am eigenen Leib erfahren, was passiert wenn die Hinterachse bei einer Bremsung blockiert (Fahrzeug kommt ins Schleudern und ist auf keinen Fall mehr abzufangen). Auch das Ausweichen auf „schneebedeckter“ Fahrbahn wurde trainiert. Die Vor- und Nachteile vom ABS konnten in mehreren Fahrübungen eindrucksvoll demonstriert werden. Erst danach kamen die Einsatz-fahrzeuge der Flughafenfeuerwehr zum Zuge.

Anfängliche Bedenken hinsichtlich der Haltbarkeit der Gleitfolie verschwanden nach der ersten Vollbremsung eines Simba aus etwa 35Km/h. Die Folie machte alle Übungen ohne Probleme mit. Auf Grund der Fahrwerkstechnik des Simba (luftgefederte Achsen, alle Räder scheibengebremst, ABS) konnten Bremswege von unglaublicher Kürze erreicht werden. Die Anwesenden Instruktoren waren doch sehr erstaunt über diese Fahrmöglichkeiten des Flugfeldlöschfahrzeugs. Selbst bei der Ausweichübung (ein Hindernis muss auf der Gleitbahn umfahren werden) zeigten die fast 50 Tonnen schweren Ungetüme ihre „brave“ Seite.

Nachdem alle Teilnehmer die Übungen mehrmals gefahren hatten, konnten in einem anschließenden Abschlussgespräch die letzten „Unklarheiten“ ausgeräumt werden. Jeder erhielt für die erfolgreiche Teilnahme am Fahrsicherheitstraining eine Urkunde des Landesfeuerwehrverbandes Rheinland-Pfalz.

„Schnelligkeit ist das A und O im Notfall“, sagt Flughafenfeuerwehrleiter Winfried Wöllstein. „Hier zählen Sekunden. Gemäß den ICAO-Richtlinien (International Civil Aviation Organisation) müssen wir alle Punkte des Start- und Landebahnsystems nach einer Alarmierung innerhalb von zwei bis maximal drei Minuten erreichen können. Hier ist es wichtig, auf alle möglichen Hindernisse während des Einsatzes gefasst zu sein. Mit regelmäßigen Fahrsicherheitstrainings und Notfallübungen und unseren modernsten Geräten, u.a. der Simba, sind wir bestens gerüstet.“

Bei der Flughafenfeuerwehr sind zurzeit 32 hauptamtliche Kräfte beschäftigt. Zur Sicherstellung des Dienstbetriebes und einer ordnungsgemäßen Aufgaben-erfüllung versehen zwei Wachschichten jeweils 24 Stunden-Schichtdienst. Die Schichten lösen sich gegenseitig ab. Die Mindestschichtstärke beträgt neun Feuerwehrangehörige rund um die Uhr.

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