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Pressemeldung vom 25.05.2004

Volle Kraft voraus in 180 Sekunden

Flughafen Frankfurt-Hahn, 25. Mai 2004. Das erste von drei Großlöschfahrzeugen und zwei neue Wechselladerfahrzeuge mit Fernsteuerfunktion seit heute in Betrieb – Investitionsvolumen von rund 4,1 Millionen Euro - Die 32-köpfige Feuerwehrmannschaft prescht jetzt mit noch mehr Kraft voraus – Der erste vollautomatische Defibrillator der Region wurde seiner Bestimmung übergeben - Der erste Brandschutztrainer der Region wird am Flughafen Frankfurt-Hahn getestet


Am Flughafen Frankfurt-Hahn wurden heute ein neues Großlöschfahrzeug und zwei neue Wechsellader von der Flughafenfeuerwehr in Betrieb genommen. „Innovativ, sicher und schnell – das ist die neue Fahrzeuggeneration unserer Flughafenfeuerwehr, passend zu unserem Flughafenkonzept“, so Andreas Helfer, Geschäftsführer der Flughafen Frankfurt-Hahn. Bei dem Löschfahrzeug handelt es sich um einen sogenannten „Simba“ (Kisuaheli für „Löwe“), wie diese riesigen Flugfeldlöschfahrzeuge auch genannt wer-den. „Gemeinsam mit unserer Konzernmutter Fraport AG wurden in den letzten drei Jahren insgesamt acht neue Großlöschfahrzeuge bei der öster-reichischen Firma Rosenbauer in Auftrag gegeben“, Andreas Helfer weiter. „Drei davon kommen nach Frankfurt-Hahn und ersetzen älteres Gerät. Den zweiten Simba erhalten wir im Oktober diesen Jahres und den dritten im Juli 2005.“

Die Firma Rosenbauer aus Österreich, weltweit einer der größten Hersteller von Feuerwehrfahrzeugen, entwickelte gemeinsam mit der Fraport AG und der Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH dieses völlig neuartige Konzept von Großlöschfahrzeugen. „Die Weiterentwicklung der Baureihe Simba verbindet Neues mit Altbewährtem und zählt zu einem der fortschrittlichsten Flug-feldlöschfahrzeugen überhaupt“, erklärt Patrick Muller, Verkehrsleiter des Airports und verantwortlich für die Flughafen-Feuerwehr. Im Vergleich zum Vorgängermodell sind die neuen roten Riesen mit 12,75 Metern über einen Meter länger, aber dafür gut zehn Zentimeter „schlanker“, um für den Stra-ßenverkehr zugelassen zu sein. „Bei Bedarf tauschen wir die Fahrzeuge zwischen Frankfurt am Main und Frankfurt-Hahn aus“, so Muller zum Hintergrund.

Die Fahrzeuge sind mit feinster Technik ausgestattet: Die Steuerung des neuartigen schwenkbaren Löscharms erfolgt elektronisch, dazu ist an der Vorderseite ein sogenannter Frontwerfer angebracht, der zusätzlich 3.500 Liter Wasser abgeben kann. Eine Wärmebildkamera ortet den Brand im Flugzeuginneren, auch wenn von außen nichts erkennbar ist. Zwei Turbodiesel-Motoren mit je 600 PS lassen die „Simbas“ in 21 Sekunden auf 80 km/h in die Höhe schnellen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 135 Stundenkilometern.

„Die schnelle Beschleunigung ist natürlich sehr wichtig im Einsatz“, sagt Feuerwehrleiter Winfried Wöllstein. „Hier zählen Sekunden. Gemäß den ICAO-Richtlinien (International Civil Aviation Organisation) müssen wir alle Punkte des Start- und Landebahnsystems nach einer Alarmierung innerhalb von zwei bis maximal drei Minuten erreichen können. Diese Forderung haben wir in der Vergangenheit bereits weit unterschritten. Mit dem neuen Gerät können wir unsere Zeiten noch weiter verbessern.“ Je nach Größe der startenden und landenden Flugzeuge wird ein Flughafen in eine bestimmte Brandschutzkategorie eingestuft, die eine bestimmte Löschmenge und Anzahl an Löschfahrzeugen erfordert. „Laut ICAO gehören wir zur Brandschutzkategorie neun“, führt Patrick Muller aus. „Die in dieser Brandschutzkategorie geforderte Löschmenge von 24.300 Litern Wasser gemischt mit Schaummittelbildner sowie 450 Kilogramm Löschpulver muss auf drei Fahrzeuge verteilt sein“, so Muller weiter.

Zur neuen Ausstattung gehören auch zwei neuartige Wechsellader mit Fernsteuerfunktion. Die Idee für diese Fahrzeuge wurde von der Flughafen-feuerwehr selbst konzipiert und von den Firmen MAN und b+b Fahrzeugtechnik GmbH/Atlas Nordhessen, den Großkran-Spezialisten, realisiert. Neben der Aufnahme von Wechselbehältern mit unterschiedlichstem Material dienen diese unter anderem zur Bergung von Flugzeugen. Das gesamte Investitionsvolumen für die neuen Löschfahrzeuge und die Wechsellader beträgt rund 4,1 Millionen Euro.

Auch für die medizinische Erstversorgung ist die Flughafenfeuerwehr seit heute besser ausgerüstet. Frank Marx vom Unternehmen Laerdal Medical GmbH in München überreichte Patrick Muller vom Flughafen Frankfurt-Hahn einen halbautomatischen Defibrillator Laerdal Heart Start im Wert von 5.000 Euro, den ersten dieser Art in der Region. Der neue Heart Start Defibrillator ist ein leichter und benutzerfreundlicher automatisierter externer Defibrillator (AED), auch für Personen mit geringer medizinischer Ausbil-dung geeignet. Im Ernstfall kann er das Leben einer Person mit akutem Herzstillstand retten. Alle Feuerwehrmitglieder werden im Umgang mit dem neuen Gerät geschult.

Gleichzeitig wurde ein neuartiger Brandtrainer der Öffentlichkeit vorgestellt. Hintergrund: Seit dem Jahr 2002 müssen nach neuester Feuerwehrdienstvorschrift alle Feuerwehrkräfte jährlich eine einsatznahe Brandschutzübung durchführen. Hierzu entwickelte das SSB (Service- und Schulungszentrum für Brandschutz) aus Neuwied gemeinsam mit der Flughafenfeuerwehr auf dem Hahn und weiteren Organisationen einen eigenen Übungscontainer, der nach den neuesten Sicherheitsbestimmungen gebaut wurde. Er bietet dem Nutzer den größtmöglichen Sicherheitsstandard. „Aufgabe dieses Brandtrainers ist es, den Umgang sowie das richtige Verhalten des Feuerwehrpersonals unter einsatznahen Bedingungen zu simulieren“, erläutert Winfried Wöllstein. Weiterhin solle die Belastbarkeit und Fitness sowie die persönliche Leistungsfähigkeit eines jeden einzelnen Feuerwehrmannes überprüft werden. In einem einwöchigen Testlauf wird der Container nun erstmalig am Flughafen Frankfurt-Hahn ausprobiert und steht anschließend für eine Vermietung durch das SSB bundesweit zur Verfügung.

Bei der Flughafenfeuerwehr sind zur Zeit 32 hauptamtliche Kräfte beschäftigt. Zur Sicherstellung des Dienstbetriebes und einer ordnungsgemäßen Aufgabenerfüllung versehen zwei Wachschichten jeweils 24 Stunden-Schichtdienst. Die Schichten lösen sich jeweils gegenseitig ab. Die Min-destschichtstärke beträgt 15 Feuerwehrangehörige rund um die Uhr. Au-ßerdem steht eine nebenberufliche Feuerwehr zur Unterstützung bereit. Sie setzt sich zusammen aus Vorfeld-Mitarbeitern. Andreas Helfer ist sicher: „Mit unserer hervorragenden Feuerwehrmannschaft und der modernen technischen Ausstattung sind wir bestens gerüstet.“

Nach zehn Jahren Flugbetrieb liegt der Flughafen Frankfurt-Hahn auf Platz zehn in der Rangliste der 37 deutschen Verkehrsflughäfen. Frankfurt-Hahn versteht sich als erster und einziger Flughafen in Deutschland als „Low-Cost-Flughafen“ und setzt dieses Prinzip konsequent fort. 1999 startete die Niedrigpreisfluggesellschaft Ryanair als erster Low-Cost-Carrier in Deutschland mit Flügen nach London. Im Jahr 2002 richtete die irische Airline eine Basis in Frankfurt-Hahn ein und fliegt heute täglich 20 Ziele an. Im März 2003 ging mit Volareweb.com die zweite, im April 2004 mit Air Polonia die dritte Niedrigpreis-Airline an den Start. Im Geschäftsbereich Cargo zählt die ehemalige amerikanische Militärbasis im Hunsrück mit idealem Anschluss an das Rhein-Main- und Rhein-Ruhr-Gebiet zu den vier größten Flughäfen Deutschlands und rangiert weltweit auf Platz 96. 2266 Arbeitsplätze wurden am Standort geschaffen, 291 davon bei der Flughafengesellschaft.

Seit Januar 1998 ist der Flughafenbetreiber Fraport AG als Mehrheitseigner an der Flughafengesellschaft beteiligt. Heute hält die Fraport AG 73,07 Prozent an der Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH, das Land Rheinland-Pfalz 26,93 Prozent der Anteile.

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