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Pressemeldung vom 21.05.2003

Zehn Jahre Flughafen Hahn

Flughafen Frankfurt-Hahn, 21.Mai 2003. Vor genau zehn Jahren – am 22. Mai 1993 –startete der erste Charterflug vom Flughafen Hahn in Richtung Palma de Mal-lorca. Heute zählt Frankfurt-Hahn bereits zu den etablierten Verkehrsflughäfen.


Seit die amerikanische Luftwaffe den Stützpunkt im September 1993 freigeben hat, entwickelt sich Hahn zu einem florierenden Wirtschaftsstandort. Düsenjäger gehören der Vergangenheit an. Heute heben zivile Luftverkehrsfahrzeuge zu vielen Zielen in ganz Europa ab. Im Frachtumschlag zählt Frankfurt-Hahn bereits seit mehreren Jahren zu den vier größten Flughäfen Deutschlands. Weltweit rangiert er auf Platz 96. Auch das Passagieraufkommen hat deutlich an Bedeutung gewonnen. Im ersten Quar-tal 2003 kletterte der junge Airport auf Platz zehn in der Rangliste der 37 deutschen Verkehrsflughäfen. Eine besondere Rolle spielt der Newcomer als erster Low-Cost-Flughafen in Deutschland in diesem wachsenden Marktsegment.

Konversion einer Militärbasis
Bereits mit dem Ende des Ost-West-Konfliktes wurden 1990 erste Überlegungen zur zivilen Nutzung militärischer Liegenschaften in Rheinland-Pfalz angestellt. 1991 kündigten die amerikanischen Streitkräfte die Freigabe des Flugplatzes Hahn an. Damit eröffnete sich für das Land die Chance, aktiv am internationalen Luftverkehr teilzunehmen. Bis zu diesem Zeitpunkt war der Verkehr an den zivilen rheinland-pfälzischen Flugplätzen im Wesentlichen auf die Allgemeine Luftfahrt beschränkt. Die Landesregierung beschloss, den Flugplatz Hahn als Verkehrsflughafen weiter zu nutzen. Für die Region boten sich damit einzigartige Entwicklungschancen – war doch der Abzug der Amerikaner mit einem Kaufkraftverlust von 250 Millionen Mark jährlich verbunden. Im Januar 1992 wurde die Entwicklungs- und Betriebsgesellschaft Flugplatz Hahn ge-gründet. Gesellschafter waren das Land Rheinland-Pfalz, die Landkreise Rhein-Hunsrück, Cochem-Zell, Birkenfeld und Bernkastel-Kues sowie die Verbandsgemeinde Kirchberg. Die vorrangige Aufgabe der Gesellschaft bestand in der Erstellung des Ge-nehmigungsantrages für den Betrieb eines zivilen Verkehrsflughafens. Gleichzeitig wurde mit potenziellen Kunden verhandelt. Die größten Chancen rechnete man sich zu dieser Zeit in der Fracht aus. Aber erst einmal kam es anders.

Erste Flüge
Der erste Kunde, der gewonnen wurde, war Deutschlands größer Reiseveranstalter TUI Touristik Union International. Bevor dieser seine ersten Fluggäste mit der Fluggesellschaft Condor nach Mallorca bringen konnte, war einiges zu tun. Das ehemalige Offizierskasino wurde zum Interimsterminal umgebaut. Was als Zwischenlösung gedacht war, blieb sieben Jahre in Betrieb. Die technische Einrichtung des Towers wurde den Anforderungen des zivilen Flugbetriebs angepasst. Die Runwaybefeuerung wurde überholt. Am 15. Mai 1993 gab es dann den „Probelauf“. Mehr als 1000 Menschen aus der Region nutzten die Möglichkeit, für 99 Mark 45 Minuten lang mit einer Boeing 737 der Condor über den Hunsrück und die Eifel zu fliegen. Das Genehmigungsverfahren war zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen. Die ersten Flüge wurden auf der Basis einer Sondergenehmigung durchgeführt. Am 14. Juli 1993 wurde die Genehmigung zur zivilen Mitbenutzung des Militärflugplatzes Hahn im Tagesflugbetrieb erteilt. Diese wurde am 19. April 1994 auf den 24-Stunden-Betrieb ausgeweitet. Im ersten Jahr flogen rund 7000 Passagiere ab Hahn. Heute sind es etwa 8000 pro Tag.

Aus dem Nichts unter die Besten
Mit der Bestandskraft der 24-Stunden-Genehmigung im Oktober 1997 wurden die Weichen für den Flughafen Hahn neu gestellt. Zum 1. Januar 1998 beteiligte sich die Flughafen Frankfurt/Main AG – heute Fraport AG - als Mehrheitsgesellschafter an der Flughafen Hahn GmbH. Schon bald waren erste Erfolge, vor allem im Frachtbereich, sichtbar. Der große Entwicklungssprung jedoch erfolgte im April 1999 mit der Ansiedlung der Fluggesellschaft Ryanair, dem größten Low-Cost-Carrier Europas. Zahlreiche Investitionsmaßnahmen waren notwendig, um die Infrastruktur dem Bedarf eines zivi-len Flughafens anzupassen. Insgesamt wurden bisher rund 130 Millionen Euro in den Ausbau des Flughafens gesteckt. Eine Sanierung der Start- und Landebahn, die Einrichtung eines Instrumentenlandesystems, Bau von Rollwegen und Vorfeldflächen, Terminals, Frachthallen und Parkplätzen waren die wichtigsten Projekte. Die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur zum Flughafen wurde und wird durch das Land Rheinland-Pfalz mit Hochdruck voran getrieben. Inzwischen ist der Flughafen Frankfurt-Hahn Basis für fünf Ryanair-Flugzeuge, die insgesamt 16 Ziele, manche mehrmals täglich, anfliegen. Im März startete Volareweb als zweite Low-Cost-Gesellschaft mit Flügen nach Hahn. TUI fliegt nach wie vor nach Palma de Mallorca und weiteren Zielen. Weitere Reiseveranstalter führen Flugreisen zu beliebten Ferienzielen durch. Im Jahr 2003 rechnet die Flughafengesellschaft mit 2,3 Millionen Passagieren.
Als Sparte mit enormen Wachstumschancen präsentiert sich am Flughafen Frankfurt-Hahn der Geschäftsbereich Cargo. Während an vielen deutschen Flughäfen Fracht nur als Beiladung in Passagierflugzeugen transportiert wird, wird Fracht in Frankfurt-Hahn ausschließlich von reinen Cargomaschinen befördert – und das in großem Maß. Regelmäßige Frachtliniendienste werden u.a. angeboten von Aeroflot, Iran Air und Egypt Air. Aeroflot stationierte kürzlich zwei DC-10-Frachter in Frankfurt-Hahn. Air France Cargo betreibt seit 1997 ein Umschlagszentrum für den gesamten deutschen und osteuropäischen Luftfrachtersatzverkehr am Flughafen Frankfurt-Hahn und schlägt hier pro Jahr mehr als 120.000 Tonnen Luftfrachtersatzverkehr um. Gleichzeitig entwickelt sich Hahn immer mehr zum Beschäftigungsmotor der Region. Insgesamt 1955 Beschäftigte wurden im Februar 2003 in einer Firmenbefragung am Standort Flughafen Frankfurt-Hahn bei 107 Unternehmen ermittelt. Bis Ende 2004 rechne die Flughafengesellschaft mit einem Anstieg auf 2500 Arbeitsplätze.

Das Erfolgskonzept: Unverbesserlich anders
Worauf gründet sich der Erfolg in Hahn? Im Grunde auf ein einfaches Konzept: Pio-niergeist und Kundenorientierung wird hier groß geschrieben. Der Wille zum Erfolg ist da. Geht nicht gibt’s nicht. Die Motivation und Flexibilität der Mitarbeiter ist hoch. Ein positives Umfeld in der Politik und Öffentlichkeit schafft eine gute Basis für die Entwicklung des Flughafens. Fraport gibt den Kunden Sicherheit – Frankfurt-Hahn gibt Fraport Wachstumspotenzial in einem neuen Markt. Der Flughafen Frankfurt-Hahn hat die Chance des Low-Cost-Marktes ergriffen, als andere Flughäfen die Tür zugemacht haben. Gebaut wird bedarfsgerecht das, was der Kunde will und braucht.

Zukunftspläne und Visionen
Der Newcomer Frankfurt-Hahn hat bereits einen wettbewerbsfähigen Platz in der Rie-ge der deutschen Verkehrsflughäfen erreicht. Die Pläne gehen jedoch noch weiter. Die Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz und Hessen, Kurt Beck und Roland Koch, streben eine länderübergreifende Vernetzung der beiden Flughäfen Frankfurt und Frankfurt-Hahn zu einem ”europäischen Flughafensystem” an. Die Rolle des Flugha-fens Frankfurt-Hahn in diesem System beinhaltet vor allem Punkt-zu-Punkt-Verkehre wie z.B. Low-Cost-Airlines sowie Nachtflug- und Frachtflugverkehre. Zur Realisierung sind weitere Investitionen notwendig. Mit der geplanten Verlängerung der Start- und Landebahn können darüber hinaus die Voraussetzungen für die Ansiedlung von interkontinentalen Frachtlinien und sogenannten „Integrators“ – Expressdiens-te – geschaffen werden. Langfristig könnten hier jährlich bis zu 10 Millionen Passagiere und 1 Million Tonnen Fracht abgefertigt werden. Dr. Wilhelm Bender, Vorstandsvorsitzender der Fraport AG, sagte kürzlich in Frankfurt: „Ziel ist, Hahn zum führenden Low-Cost-Standort zu entwickeln.“

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