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Pressemeldung vom 09.11.2006

„Grünes Licht“ für die Nutzung der Startbahnverlängerung

Mainz / Hahn-Flughafen, 9. November 2006. Der Bund für Umwelt und Natur-schutz Deutschland (BUND) Landesverband Rheinland-Pfalz e.V. und die Flugha-fen Frankfurt-Hahn GmbH (FFHG) haben heute vor dem Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz in Koblenz eine Vereinbarung unterzeichnet, die zur Beendigung der anhängigen Klageverfahren gegen den Planfeststellungsbeschluss für die Verlängerung der Start- und Landebahn des Flughafens führen soll.


Im Wesentlichen zielt die Vereinbarung darauf, die Inbetriebnahme der bereits fertig gestellten Startbahnverlängerung zu ermöglichen und gleichzeitig die Belange des Na-turschutzes zu berücksichtigen. „Unser gemeinsam erklärtes Ziel ist es, den besonders schützenswerten Lebensraum in unmittelbarer Umgebung des Flughafens zu bewah-ren. Wir haben in vielen Gesprächen miteinander nach Lösungen gesucht, dies zu erreichen und dennoch die Ausbaupläne des Flughafens zu verwirklichen. Das Ergebnis ist der vorliegende Vertrag“, erklärt Jörg Schumacher, Sprecher der Geschäftsführung des Flughafens Frankfurt-Hahn.

Die Vereinbarung sieht vor, die Eingriffe in die Natur auf das Notwendigste zu be-schränken. Es wurde ein Waldumbaukonzept erarbeitet, das den Anforderungen der Flugsicherheit gerecht wird und gleichzeitig den Erhalt natürlicher Lebensräume si-chert. Flächenhafte Rodungen sollen nur dort erfolgen, wo dies zur Einhaltung der Hindernisfreiheit unvermeidlich ist. Im Übrigen werden die vorhandenen Waldbestände sukzessiv umgebaut. Dies geschieht durch die Entnahme von Bäumen mit kritischer Baumhöhe und Durchforstung im Unterwuchs. Die aus dem Monitoring bekannten Wochenstuben-Quartierbäume der Mopsfledermaus und der Bechsteinfledermaus bleiben erhalten. Zusätzliche Quartierangebote sollen durch Stehen lassen von Totholz geschaffen werden. Für die Umsetzung des Konzepts wird eine ökologische Baubegleitung unter Beteiligung des BUND, der Forstverwaltung, der Universität Mainz und der FFHG eingerichtet.

Im Sinne der Verringerung des Eingriffes in schützenswerten Lebensraum streben so-wohl BUND wie auch die Flughafengesellschaft an, auf die planfestgestellte Verlegung der B 327 im gemeldeten Flora-Fauna-Habitat-Gebiet Ahringsbachtal zu verzichten. Als Verkehrsführung für den überörtlichen Verkehr käme eine Ortsumgehung Bären-bach in Betracht. Die Flughafengesellschaft wird sich bemühen, die Zustimmung der Behörden zu erlangen.

Darüber hinaus hat sich die Flughafengesellschaft verpflichtet, Lärmschutzmaßnahmen in der Kindertagesstätte Hundheim und in einer Seniorenwohnanlage der Einheitsgemeinde Morbach durchzuführen.

Die Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH wird mit den zuständigen Landesbehörden eine Planänderung, die die Inhalte der Vereinbarung berücksichtigt, abstimmen. „Dies könnte zum Beispiel in Form einer Prozesserklärung der Genehmigungsbehörde oder durch einen Änderungsantrag unsererseits zum Planfeststellungsbeschluss geschehen“, er-klärt Schumacher.

Der BUND indessen wird gegen einen - entsprechend der Vereinbarung - geänderten Planfeststellungsbeschluss keine Rechtsmittel einlegen.

„Wir freuen uns sehr über die erzielte Einigung. Zusammen mit dem bereits früher mit dem Naturschutzbund NABU geschlossenen Vertrag wurde insgesamt viel für die Natur erreicht“, fasst Jörg Schumacher abschließend zusammen. „Wir hoffen, nun bald mit der Herstellung der Hindernisfreiheit beginnen zu können.“

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Hinweis: Fotomaterial kann unter folgender E-Mail-Adresse angefordert werden: pressestelle@hahn-airport.de

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