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Pressemeldung vom 21.12.2005

Eisenbahnwaggon aus dem Zweiten Weltkrieg wird ins Holocaust Museum Houston/Texas befördert

Hahn-Flughafen, 21. Dezember 2005 – Gestern, am 20. Dezember, wurde ein seltenes Relikt der Vergangenheit am Flughafen Frankfurt-Hahn abgefertigt: Ein 11-Tonnen schwerer authentischer Eisenbahnwaggon aus dem Zweiten Weltkrieg, der zur Deportation Tausender von Juden diente und als Symbol des Bösen und der Erdrückung gilt, wurde in eine Antonov AN124 der Polet Cargo Airlines verladen, um diesen in das „Holocaust Museum Houston“ in Texas/USA zu befördern. Dort wird das Relikt zu Bildungszwecken und anlässlich der zehnjährigen Jubiläumsfeier des Museum am 5. März 2006 dauerhaft ausgestellt. Für die Frachtabfertigung am Flughafen Frankfurt-Hahn war das Unternehmen VG Cargo zuständig. Gemeinsam mit den Vorfeldmitarbeitern des Flughafens wurde die Fracht innerhalb kürzester Zeit in die AN124 eingeladen, so dass die Maschine um 22.17 Uhr abheben konnte. Die Flugdauer ist mit zwei Tagen angesetzt, wobei ein eintägiger Zwischenstopp für Betankung und Inspektion am Keflavik Airport in Island auf dem Plan steht. Die Ankunft des Eisenbahnwaggons wird auf dem Flughafen „Fort Worth Alliance“, dem ausschließlichen Frachtflughafen in Texas, am 22. Dezember erwartet.


„Eigentlich ist eine Verladung solch einer Fracht per Luft untypisch, häufig wird ein Transport dieser Art eher per Straße oder Schiff organisiert“, sagt Peter Bouwhuis, Vizepräsident und Direktor EMEA des Unternehmens EP-Team, ein internationales Logistikmanagement-Unternehmen mit Hauptsitz in Amsterdam. Die zahlreichen Sponsoren dieses Projektes entschieden sich aber für eine schnelle Abwicklung und beauftragten EP-Team mit der Projektleitung, die u. a. Flughafenstandortbegutachtung innerhalb Europas und den USA sowie die Vorbereitung des Eisenbahnwagens für den Lufttransport beinhaltete. Da die auf Frachtflüge spezialisierte russische Polet Airlines unter anderem zu den Sponsoren gehörte und auch im Besitz einer der weltweit größten Frachtflugzeuge, der Antonov AN124 war, wurde dieses Unternehmen mit der Luftbeförderung ermächtigt. Polet Cargo Airlines nutzt mit ihren AN124 seit über sechs Jahren den Flughafen Frankfurt-Hahn als Basis für diverse Frachtflugverkehre in die weite Welt. Zuständig für die Frachtabfertigung war das Unternehmen VG Cargo mit Sitz auf dem Flughafen Frankfurt-Hahn, das Polet Cargo Airlines zu seinen Hauptkunden zählt.

Der Eisenbahnwaggon startete seine Reise per LKW von der kleinen Stadt Blankenburg am 14. Dezember zum Flughafen Frankfurt-Hahn. Etwa sieben Stunden dauerte die Fahrt des elf Tonnen schweren Gefährts. Auf dem Flughafen angekommen packten die Mitarbeiter von VG Cargo und der Flughafenbetreibergesellschaft kräftig an, um per Kran die Ware vorsichtig und langsam auf dem Vorfeld des viertgrößten deutschen Frachtflughafens abzustellen.

Am Abend des 20. Dezembers um 22.17 Uhr hob die Polet Cargo Airlines dann in Richtung Fort Worth Alliance Flughafen in der Nähe von Houston/Texas ab, wobei ein eintägiger Zwischenstopp am Keflavik Airport in Island für Betankung und Inspektion auf dem Plan steht. Bei geplanter Ankunft am 22. Dezember am Fort Worth Alliance Airport wird das Relikt per LKW nach Houston befördert. Im Holocaust Museum Houston sind am Nachmittag des 23. Dezember öffentliche und ökumenische Zeremonien geplant. Bis zur Enthüllung anlässlich der zehnjährigen Jubiläumsfeier des Holocaust Museums am 5. März 2006 wird dieses dauerhafte Ausstellungsobjekt sicher gelagert. Zur Jubiläumsfeier im März werden neben dem ehemaligen U.S.-Präsidenten Bill Clinton und namhaften Politikern etwa 300 Überlebende des Holocausts, die in der Region Houston leben, und über 2000 Gäste erwartet.

Zur Geschichte des Eisenbahnwaggons
Der Eisenbahnwaggon wurde in der kleinen Stadt Blankenburg, in der Nähe von Wernigerode, gefunden, wo er von einem deutschen Eisenbahnverein zu Lagerungszwecken verschiedener Zugersatzteile genutzt wurde. Der Waggon wurde für das Museum vom weltweit bekannten Historiker Alfred Gottwaldt und Senior-Museumsdirektor für Eisenbahnen des Deutschen Technikmuseums Berlin authentisiert. Gottwaldt dokumentierte, dass der Eisenbahnwagen im Jahre 1942 für die Deutsche Reichsbahn, im Hinblick auf das „Oppeln“-Modell und dem „runden Dach“-Stil, gebaut wurde. Die Bauplakette, die während der Restaurationsarbeiten an dem Modell erst im November diesen Jahres entdeckt wurde, trug die Beschriftung: „Gottfried Lindner Aktiengesellschaft, Ammendorf bei Halle“ und zeigte die „Arbeitsnummer 6953“ und das Jahr der Produktion 1942. Ammendorf war eine Eisenbahnproduktionsstätte in der Nähe von Halle.

Das Holocaust Museum Houston begann seine Suche nach solch einem Relikt kurz nachdem das Museum im Jahre 1996 eröffnet wurde, intensiver im Jahre 2001. „Mit Ausnahme des Hakenkreuzes, ist der Eisenbahnwaggon das am meisten bekannte Symbol des Holocausts, das wir für unser Museum erwerben mussten“, sagte Susan Llanes-Myers, Geschäftsführerin des Holocaust Museums Houston. „Nur durch Konfrontation mit solch einem Zeugnis der Vergangenheit und als Erinnerung für zukünftige Generationen, können wir sichern, dass ein weiterer Holocaust gegen irgendeine Gruppe von Menschen auf der ganzen Welt niemals erlaubt sein sollte“.

Das Holocaust Museum Houston fördert Bewusstsein und Bildung der Bevölkerung über die Gefahren von Vorurteilen, Hass und Gewalt. Der Zugang in das Museum ist für die Öffentlichkeit kostenfrei. Mehr Informationen zum Holocaust Museum Houston und der Eisenbahnwaggon-Ausstellung sind über www.hmh.org abrufbar. Informationen zu EP-Team sind über www.ep-team.net und zu Polet Airlines unter www.poletairlines.com erhältlich.

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Bildmaterial wird auf Anfrage an pressestelle@hahn-airport.de zur Verfügung gestellt.

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