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Pressemeldung vom 18.07.2005

Gewinnschwelle in Sicht

Frankfurt-Hahn, 18. Juli 2005. Die Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH ist mit ihren Halbjahresergebnissen „im Plan“ – bei den Verkehrszahlen und bei den wirtschaftlichen Ergebnissen. Dies präsentierten heute Jörg Schumacher, Sprecher der Geschäftsführung, und Stefano Wulf, kaufmännischer Geschäftsführer, der seit Mitte April am Low-Cost-Geschehen des Airports mitwirkt, anlässlich der Pressekonferenz im Airport Forum des Frankfurter Rhein-Main Flughafens. Im Fokus standen dabei die Themen Investition und Ausbau für die Sicherung des Wirtschaftsstandortes und Job-Motors Flughafen Frankfurt-Hahn. Mit über 1,5 Millionen Fluggästen übertraf der einzig wahre Low-Cost-Airport Deutschlands das Ergebnis des gleichen Vorjahreszeitraums um 13 Prozent. Der Frachtumschlag wies bei der reinen geflogenen Fracht einen Anstieg um 54 Prozent auf. Die Zahl der Flugbewegungen erhöhte sich um zwölf Prozent. Der Umsatz wuchs um 26 Prozent auf über 17 Millionen Euro. Der operative Verlust (EBITDA= Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen) konnte um drei Prozent auf 2,8 Mio. Euro verringert werden. Die Gewinnschwelle, die 2006 erwartet wird, und die schwarzen Zahlen, die ab 2008 geplant sind, rücken mit diesen Ergebnissen deutlich näher.


Verkehrsentwicklung Passage und Fracht
„Wir sind mit unseren Halbjahresergebnisse im Hinblick auf die weitere Entwicklung des Flughafens vollauf zufrieden“, sagte Jörg Schumacher, Sprecher der Geschäftsführung. Die Erweiterungspläne des größten Low-Cost-Kunden Ryanair spielten dabei eine wesentliche Rolle. „Die diversen Prognosen zum zukünftigen Low-Cost-Markt in der Luftfahrtbranche belegen, dass unser Kunde europaweit an oberster Stelle steht“, Schumacher weiter. Ryanair sei die einzige Low-Cost-Airline Europas, die Gewinn mache – aktuell etwa 269 Millionen Euro netto im Jahr 2004/2005. „Das bedeutet natürlich auch für den Flughafen Frankfurt-Hahn weitere positive Entwicklung“. Bereits dieses Jahr im April stationierte Ryanair ihre sechste Maschine auf dem Hahn und kündigte noch mehr Strecken an. Zurzeit fliegt Ryanair auf 23 Destinationen und im Winter erhöht sich die Zahl auf 28 Zielgebiete in zehn europäischen Ländern.

Aber auch Wizz Air, nach eigenen Angaben die größte Low-Cost-Airline für Mittel- und Osteuropa, könne sich im Hinblick auf die positive Entwicklung im osteuropäische Luftverkehrsmarkt sehen lassen. „Das was Ryanair für unsere Region war und ist, ist Wizz Air jetzt in Osteuropa. Schauen Sie sich z.B. mal den Flughafen Kattowitz in Polen an - im Jahr 2003 nutzten etwa 258.000 Passagiere den Flughafen Katowice (mit LOT und Lufthansa), von Januar bis April 2005 wurden aber jetzt schon über 261.000 Fluggäste befördert, was ein Wachstum von 141 Prozent im Vergleich zu 2003 bedeutet. Wizz Air startete ihren Flugbetrieb zum ersten Mal von Kattowitz, am 19. Mai 2004“. Am Flughafen Frankfurt-Hahn nahm Wizz Air ihren Betrieb am 27. März 2005 mit Budapest, Kattowitz und Warschau je viermal die Woche auf und gab vor kurzem auch Frequenz- und Streckenerweiterungen bekannt. Als dritte Low-Cost-Airline besetze Iceland Express mit drei wöchentlichen Flügen nach Reykjavik seit dem 21. Mai 2005 eine attraktive Nische. Im Passagebereich rechnet die Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH für das Gesamtjahr mit etwa 3,5 Millionen Fluggästen.

Das zweite Standbein Fracht sei speziell im Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung des Flughafens ein sehr wichtiger Wachstumsmotor. Mit über 43.405 Tonnen, d.h. 54 Prozent Wachstum bei der geflogenen Fracht, positioniere sich der Flughafen Frankfurt-Hahn weiterhin stabil als viertgrößter Frachtflughafen Deutschlands (hinter Frankfurt, Köln und München). Inklusive Straßenersatzverkehr wurden insgesamt 104.036 Tonnen im Halbjahr 2005 umgeschlagen, was ein Wachstum von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Mit der Neuansiedlung von British Airways World Cargo im vergangenen Halbjahr, Air New Zealand Cargo im April diesen Jahres sowie der Aufstockung der Frachtflüge von Aeroflot, Russland´s größter Luftfahrtgesellschaft mit einem Anteil von etwa 64 Prozent am Frachtaufkommen des Flughafens, beweise Frankfurt-Hahn seine starke Positionierung im weltweiten Cargo-Markt. Insgesamt verfügt die Betreibergesellschaft über neun Linien-Frachtfluggesellschaften, die vor allem den 24-Stunden-Betrieb und die Flexibilität, speziell bei der Vergabe von Slots, schätzten. Für das Gesamtjahr rechnet die Betreibergesellschaft mit etwa 235.000 Tonnen Frachtumschlag inklusive LKW-Beförderung (reine Luftfracht etwa 95.000 Tonnen).

Wirtschaftliche Entwicklung und Prognose
Mit positiven wirtschaftlichen Kennzahlen kann sich der einzig wahre Low-Cost-Airport Deutschlands auch in diesem Halbjahr sehen lassen: Der Umsatz wuchs um 26 Prozent auf 17,4 Millionen Euro (HJ 2004: 13,8 Mio. Euro), der Verlust (EBITDA) reduzierte sich um drei Prozent auf 2,8 Millionen Euro (2004: 2,9 Mio. Euro). „Der Non-Aviation-Bereich - Einnahmen aus Infrastrukturentgelten, Mieten und Parkierung – ist bei einem Umsatz von 5,7 Millionen Euro und einem Anstieg von 35 Prozent einer der größten Wachstumsfaktoren des Flughafens, das Geschäft mit den Fluggesellschaften machte etwa 22 Prozent der Gesamtumsätze aus“, berichtet Stefano Wulf, kaufmännischer Geschäftsführer der Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH. Die Einnahmen aus dem Non-Aviation-Bereich hätten sich innerhalb von nur vier Jahren, von 2001 bis 2004, verdreifacht (2001: ca. 3 Mio. Euro; 2004: 9,9 Mio. Euro). Die Effizienz des Low-Cost-Konzepts der Betreibergesellschaft zeige sich deutlich bei der positiven Entwicklung des Umsatzes der vergangenen Jahre bei gleichzeitiger Verringerung der EBITDA-Marge von 73 Prozent in 2002 auf 16 Prozent in 2004. Mit diesem Konzept sei der Flughafen weiterhin auf dem Weg der Tugend. Dazu gehörten vor allem Kostenkontrolle, Effizienzsteigerungen sowie die stetige Serviceoptimierungen für die Fluggäste, Besucher, Kunden und natürlich für die 2300 Beschäftigte.

Investition und Ausbau
Ein weiterer Erfolgsfaktor sei der Fokus auf Investition, vor allem in den Ausbau der Infrastruktur des Flughafens Frankfurt-Hahn, und dies zu niedrigen Kosten. „Wir investieren, um weiter zu wachsen und den Wirtschaftsstandort und Jobmotor Flughafen Hahn zu sichern“, kommentiert Jörg Schumacher. Zur Zeit wichtigstes Entwicklungsprojekt der Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH ist die im Dezember 2004 von den Behörden genehmigte Erweiterung der Start- und Landebahn von derzeit 3.045 Metern auf 3.800 Meter: „Wir brauchen die längere Start- und Landebahn, um unseren bestehenden und zukünftigen Kunden ein Optimum an Leistung zu bieten, damit diese ihre Frachtflugpläne noch effizienter gestalten können und wir sie so halten können“, ergänzt Schumacher. Mit der verlängerten Start- und Landebahn sei es möglich, die Frachter mit voller Betankung und gleichzeitig voller Beladung auf längeren Strecken einzusetzen. So könne aber auch Langstrecken-Frachtverkehr in den Hahn gezogen werden und dadurch noch mehr Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Gesamtfertigstellung des Projektes, das etwa 37,5 Millionen Euro kostet, plant die Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH etwa Mitte 2006.

Neben der Start- und Landebahnverlängerung sind die Betreiber aktiv beim Ausbau der Terminals – hier wurden die bestehenden Terminals 1 und 2 für nur 3,9 Millionen Euro zu einem großen Terminal mit einer Zwischenfläche von 3500 Quadratmetern für noch mehr Läden und Gastronomie verbunden. Darüber hinaus entstehe ein nagelneuer Busbahnhof für etwa 15 teilweise überdachte Haltestellen inklusive Fußweg zum Terminal, der im Oktober 2005 seiner Bestimmung übergeben werden soll (Projektkosten: 600.000 Euro), sowie im Auftrag des Zweckverbandes Flughafen Hahn für zehn Millionen Euro eine neue Zufahrt zum Flughafengelände bis Ende des Jahres, wobei ein Teil schon in Betrieb sei. Ein neues Bürogebäude, ein Investorenprojekt, in der Nähe der Frachtabfertigungsgebäude, mit geplanter Fertigstellung im Herbst 2006, sei außerdem im Bau.

Seit 1998 investierte die Flughafenbetreibergesellschaft etwa 135 Millionen Euro in den Ausbau des Low-Cost-Airport im Hunsrück – das ist im Vergleich ein Bruchteil der Kosten des Terminals 2 am Flughafen Köln/Bonn, für das etwa 325 Millionen Euro aufgewendet wurde.

Das Wachstum und die Investitionen der nächsten Jahre wurde durch die Stärkung der Eigenkapitalbasis mit dem Beitritt des Landes Hessen am 1. Januar 2005 gesichert. Das Grundkapital erhöhte sich von 30,5 Millionen Euro auf 50 Millionen Euro zuzüglich einer Kapitalrücklage von 22 Millionen Euro. Daraus resultiert ein Anteilsverhältnis von jetzt 65 Prozent für die Fraport AG und jeweils 17,5 Prozent für Hessen und Rheinland-Pfalz.

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