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Pressemeldung vom 27.01.2005

Neues Lärmmesskonzept gemeinsam mit Gemeinden geplant

Flughafen Frankfurt-Hahn, 27. Januar 2005. Im Rahmen der Auflagen des Planfeststellungsbeschlusses fordert die Genehmigungsbehörde von der Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH unter anderem die Vorlage eines Lärmmesskonzeptes zur Zustimmung und Umsetzung noch vor Inbetriebnahme der verlängerten Start- und Landebahn. Da für den Flughafenbetreiber eine erste Zustimmung der umliegenden Gemeinden unabdingbar ist, ist eine gemeinsame Konzepterstellung alsbald bis zur Abgabe im Spätherbst diesen Jahres erwünscht.


Zuallererst wird das geforderte Lärmmesskonzept in Ergänzung der Verpflichtung nach § 19 a des Luftverkehrsgesetzes (Anlagen zur Messung des Fluglärms) Art und Ablauf von regelmäßig durchzuführenden, mobilen oder stationären Fluglärmmessungen ausweisen. Für die Überwachung des Fluglärms wird die Flughafengesellschaft mit Inbetriebnahme der verlängerten Start- und Landebahn eine zusätzliche fünfte stationäre Lärmmessanlage errichten und betreiben. Der genaue Standort der neuen Anlage wird unter Berücksichtigung der technischen Anforderungen und in Abstimmung mit der Fluglärmkommission nach § 32 b LuftVG durch die Planfeststellungsbehörde vor Inbetriebnahme der verlängerten Start- und Landebahn festgelegt. Die bereits bestehenden vier Anlagen befinden sich in den Orten Würrich, Hahn, Bahnhof Hirschfeld und Oberkleinich. Vom Flughafenbetreiber soll hierbei sichergestellt werden, dass sich die Flug- und Messdaten eindeutig zuordnen lassen. Damit geht eine jährliche Prüfung auf ordnungsgemäßen Betrieb der Geräte einher, wobei die entsprechenden Prüfprotokolle dann der Behörde vorzulegen sind.

Darüber hinaus verpflichtet sich die Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH, das schon seit 1994 existierende „Lärmtelefon“ mit der Rufnummer 06543-509163 für entsprechende Anfragen aus der Bevölkerung noch stärker und konsequenter weiterzuführen. „Die Anregungen, Meinungen und Vorschläge unserer Bürger zu diesem Thema sind uns besonders wichtig, denn wir möchten kommunizieren, um in unklaren Fällen für alle Parteien ideale Lösungen zu finden“, sagt Jörg Schumacher, Geschäftsführer der Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH.

Bei der Erstellung des Lärmmesskonzeptes wird die Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH die Verbandsgemeinden Kirchberg, Rhaunen, Traben-Trarbach, Bernkastel-Kues, Zell, Kastellaun und die Gemeinde Morbach sowie die Fluglärmkommission beteiligen.

Die Fluglärmkommission, die gemäß § 32 b LuftVG zum Schutz gegen Fluglärm und gegen Luftverunreinigungen durch Luftfahrzeuge für jeden Verkehrsflughafen festgesetzt ist, nimmt dabei die Funktion eines beratenden Organs für die Genehmigungsbehörde wahr. Diese setzt sich aus Vertretern (z.B. Ortsbürgermeistern) der vom Fluglärm in der Umgebung des Flugplatzes betroffenen Gemeinden, der Bundesvereinigung gegen Fluglärm, der DFS, des Flughafens und der Airlines sowie der obersten Landesbehörden zusammen. Die Kommission ist berechtigt, der Genehmigungsbehörde sowie der zuständigen Stelle für Flugsicherung Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung gegen Fluglärm vorzuschlagen, die Entscheidung zur Umsetzung obliegt jedoch allein der Genehmigungsbehörde oder der zuständigen Flugsicherungsstelle. Die Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH ist bemüht, der Genehmigungsbehörde vorzuschlagen, weitere Vertreter der umliegenden Gemeinden in die Fluglärmkommission aufzunehmen.

„Von unserer Philosophie, dass Flugverkehr mit einem angemessenen Schutz der Bürger vor Fluglärm einhergehen muss, weichen wir weiterhin nicht ab“, ergänzt Jörg Schumacher „und wir tun alles für das Wohl unserer Bürger. Denn es ist wichtig, dass jedes kleinste Fünkchen an Bedenken entkräftet wird und wir hoffen, dies mit dem geplanten Lärmmesskonzept sowie dem neu aktivierten Schallschutzprogramm zu erreichen“. Demnach wird das bestehende Schallschutzprogramm, das für Bewohner in den im Planfeststellungsbeschluss definierten Tag- und Nachtschutzgebieten aufgelegt wurde, und bis Ende Dezember 2003 galt, reaktiviert. Bis zu fünf Jahre nach Inbetriebnahme der verlängerten Start- und Landebahn werden Anträge derjenigen entgegengenommen, die es bisher versäumt hatten, sich für das Schallschutzprogramm anzumelden. Diese werden dann gemäß den Auflagen im Planfeststellungsbeschluss geprüft und bearbeitet.

Als besonders schutzbedürftige Einrichtungen werden im Planfeststellungsbeschluss Altenheime und Seniorenwohnzentren, Schulen und Kindergärten genannt. Ein konkreter Schutzbedarf wurde für insgesamt vier Seniorenwohnzentren und Altenpflegeheime in Morbach (zwei Einrichtungen), Mastershausen und Buch festgestellt, auf die der Flughafenbetreiber in Kürze selbst aktiv zugehen wird.

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